Leistungssport, Verletzungen und Langfristige Gesundheit

Leistungssport, Verletzungen und langfristige Gesundheit – Folge #033

Sport

Leistungssport, Verletzungen und langfristige Gesundheit

Wie könnt Ihr im Sport den Wettkampf gewinnen, ohne Eure Gesundheit zu verlieren?

Diese Frage hat mich sehr viele Jahre begleitet;als ehemaliger Leistungssportler, Trainer und heute Therapeut sowie Leiter vieler Vorträge + Workshops im Sport. Ich habe viele Sportler erlebt, die Wettkämpfe gewonnen, die Gesundheit aber verloren haben. Dies bedeutete später: viele Behandlungen, Schmerzen, Zeit, Geldverlust…..

Da ich viele Sportler erlebt habe

  • die sich verletzt haben
  • die sehr viel Schmerzen leiden mussten
  • denen ständig in ihren Körper gestochen wurden, mit Spritzen
  • die operiert wurden und danach immer noch Probleme hatten
  • die oft chemische Mittel eingenommen haben, um Schmerzen auszuschalten und weiter zu trainieren
  • die viel Zeit mit Warten in Praxen oder mit Reha oder Kuren verbringen mussten
  • denen gesagt wurde, sie dürfen nicht zu locker sein
  • sie seien zu instabil
  • die seelische Probleme bekamen, wenn Sport nicht oder nicht mehr möglich war.

A) Wettkämpfe im Sport

Sportler trainieren ihren Körper und Geist oft, um sich später in sportlichen Wettkämpfen mit anderen Sportlern zu messen. Manchmal geht es gegen Gegner, manchmal gegen die Zeit oder ein Element (Wasser). Durch unsere heutigen Trainingsideen, die sich von den Methoden vor 50 oder 100 Jahren unterscheiden, werden die Sportler oft sehr fest in der Muskulatur, dadurch leiden die Nerven, Blutgefäße und Gelenke. Diese stehen unter erhöhtem Druck. In 50 oder 100 Jahren werden wieder andere Ideen und Methoden auf dem Markt sein und als allgemein gültige Wahrheit gelten.

Diesen erhöhten Druck in den Geweben können wir über das Lösen der zu hohen Muskelspannung und neuer Übungen für eine Kraft auf lange und geschmeidige Muskeln wieder lösen. Die Frage ist: können wir es nicht abmildern oder verhindern, dass die Muskeln so fest werden, da sie sonst leistungslimitierend wirken, im Sport und im Wettkampf.

Die Nerven und Blutgefäße ziehen durch die Muskeln. Wenn diese zu fest und starr werden, leidet der Durchfluss durch die Gefäße und die benötigten Nährstoffe erreichen die Muskeln nicht in dem benötigten Ausmaß.

Meine ärztlichen Ausbilder lösten schon vor 30 Jahren die zu hohe Spannung an den Muskeln der Sportler, die Schmerzen hatten. Einer der Effekte war, dass die Leistung stieg. Heute ist einer dieser Lehrmeister in Bad Krozingen (Arzt Walter Packi) mit einer Klinik für Biokinematik und ein anderer (Dr. med. Kurt Mosetter) im Profifußball tätig, um diese Ideen dort zu etablieren.

Die Leistung steigt, wo die Spannung sinkt.

Schwimmen als Sport KiD, gegen Verletzungen, Muskelrisse, -faserrisse, Leistung steigt

B) Sportler und deren Muskelspannung

Sportler haben oft ein Problem: jeder sagt etwas anderes, wenn es um die Muskeln und Leistung / Erfolg geht.

  • Da man Muskelanspannung noch nicht in Bildern darstellen kann, bleibt oft nur das Abtasten und die Erfahrung, wieviel der Anspannung der Muskeln ist noch normal?
  • Wie kommt der Trainer oder Therapeut zu seiner Erkenntnis?
  • Wieviel % von was ist zu locker?
  • Oft wird der 1. Teil des folgenden Satzes der Sportlerin/ dem Sportler vermittelt: „Der Muskel / die Muskeln dürfen nicht zu locker sein vorm Sport oder Wettkampf“.
  • Der 2. Teil des Satzes: „Der Muskel / die Muskeln dürfen auch nicht zu fest angespannt sein vorm Sport / Wettkampf“ wird meist nicht erwähnt!!
  • Wir erinnern uns an die Erfahrung (ca. 1500 Jahre) der Shaolin: das Harte und Dürre bricht (reißt), das Weiche und Biegsame überlebt (auch langfristig)!
  • Sportler, die ich behandle, werden getestet,nach wissenschaftlichen Standards unserer jetzigen Zeit. Diese ändern sich ständig (Wissenschaft ist der momentane Stand des Irrtums). Es wird dann festgestellt, dass sie zu wenig Körperspannung haben. Wenn ich so jemanden auf der Behandlungsliege oder im Wasser habe, taste ich etwas ganz anderes. Diese Sportler stehen oft unter einer immensen Ruhespannung der Muskulatur. Oft stehen die Muskeln kurz vorm Reißen.
  • Bei hoher Ruhespannung der Muskeln leiden auch die Bänder der Gelenke und längerfristig die Menisken und die Bandscheiben. Deshalb haben auch oder gerade sehr trainierte Sportlerinnen und Sportler solche „Verschleißerscheinungen“. Nicht, weil die Muskeln zu schwach sind, sondern weil sie dauerhaft zu angespannt sind.

C) Was für Effekte hat es im Sport, wenn die Muskelspannung sinkt?

Die Effekte für die Sportlerin / den Sportler, wenn die Muskeln weniger Ruhespannung haben:

  1. Schnellere Bewegungen sind möglich. Extrem sichtbar bei den Mönchen im Kloster Shaolin.
  2. mehr Kraftentfaltung im Gegenspieler, da der bremsende Effekt des angespannten Muskels wegfällt
  3. mehr Blutfluss => öfter bewegen ohne Übersäuerung möglich
  4. mehr Nervendurchfluss
  5. mehr Spaß
  6. weniger Verschleißerscheinungen, da weniger Druck auf den Gelenken
  7. mehr Leistung

Die Mönche in den Klöstern in China (Shaolin) haben diese Erkenntnisse schon seit ca. 1500 Jahren. Ihr Motto:

  1. „Aus der vollkommen Ruhe, kommt die vollkommene Kraft“
  2. Das Wichtigste im Leben ist die Geschmeidigkeit des Körpers zu erhalten, da das Harte und Dürre bricht und das Weiche und Biegsame überlebt!
  3. Fazit: so geschmeidig und beweglich wie möglich und nicht nur ein bisschen Dehnübungen machen.

D) Was bedeutet diese für die Leistung beim Sportler und den Gelenken?

Wir sollten lernen, die lange Erfahrung der Mönche im Westen zu nutzen. Allerdings Vorsicht: wir sind keine Mönche!

Wir versuchen heute mit den KiD – Kraft in Dehnung als Dehnkraft – Übungen unseren Patientinnen und Patienten diese Ideen näher zu bringen. Siehe Website. Videos

Als Fazit: die Muskeln sollen so beweglich wie möglich und stark wie nötig sein. Dies ist anders als früher, wo die Muskeln so stark wie möglich sein sollten, allerdings wurden die Sportlerinnen und Sportler dabei oft unbeweglicher; als Kind waren sie meist beweglicher. Dann seid Ihr vielleicht gegenüber den Menschen in Eurem Alter sehr beweglich, was immer wieder als Hypermobil bezeichnet wir. Allerdings gegenüber Eurer Kindheit seid Ihr dann eher unbeweglich also Hypomobil. Dies ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied für Sportlerinnen und Sportler.
Deshalb müssen wir in der Praxis sehr genau untersuchen, ob alle Gelenke im Körper der Betroffenen zu beweglich sind. Meist ist schon der 1. Test der oberen Kopfgelenke im Ergebnis: zu unbeweglich!! Die allermeisten Menschen und Sportlerinnen /Sportler, die ich in den letzten 30 Jahren getestet und behandelt habe, hatten genau dieses Problem. Sie waren in vielen Gelenken zu unbeweglich und in manchen zu beweglich gegen den Altersquerschnitt. Gesagt wurde ihnen aber, sie seien hypermobil, also zu beweglich. Eine einfache Frage ist oft: könnt Ihr noch einen Spagat machen? Übertreiben macht deutlich! Viele könne das heute nicht mehr, oft schon mit 10 oder 15 Jahren. Später immer seltener.

Was aber anscheinend oft nicht genau geklärt wird: sind die Gelenke, die zu beweglich sind gegen den Altersquerschnitt schuld an den Schmerzen und der Leistungsminderung? Oder sind das die Gelenke, die zu wenig beweglich sind gegen die eigene Kindheit, wo viele schmerzfrei und leistungsfähig waren?

Unseren Patientinnen und Patienten geht es oft schon besser, wenn das erste Gelenk am Hals mehr Beweglichkeit erhält.  Je mehr die Muskeln entspannen, desto weniger Schmerzen haben die Sportlerinnen und Sportler in unseren Praxen.

E) Welche Verletzungen sind häufig bei Sportlern?

Häufige Verletzungen bei den Sportlern, die ich behandelt habe oder die ich im Sport kennengelernt habe:

  1. Kurzfristig / akut
  2. Zerrungen
  3. Stauchungen
  4. Prellungen
  5. Muskelfaserrisse
  6. Muskelbündelrisse
  7. Muskelrisse
  8. Sehnenanrisse
  9. Sehnenrisse
  10. Bänderdehnungen
  11. Bänderrisse
  12. Meniskusverletzungen
  13. Langfristig / chronisch
  14. Arthrose
  15. Spinale Enge
  16. Sehnenrisse
  17. Fersensporn
  18. Kopfschmerz
  19. Gleitwirbel
  20. Knochensporne in Schulter oder Ferse.

Wenn Menschen seelische Überlastungen erleben (auch sportlich), entwickeln sie oft körperliche Schmerzen. Diese Schmerzen macht unser Körper, damit wir bei Verstand bleiben.

F) Welche langfristigen Probleme beobachten wir bei Sportlern?

Welche langfristigen Probleme beobachten wir in der Praxis bei Sportlern?

  1. Viele Sportler haben später Schmerzen in Ruhe
  2. Durch ständige Injektionen am schmerzenden Ort oder Operationen entsteht Narbengewebe und ausgeschaltete Schutzsignale des Gehirns, was dann auf die lange Sicht wieder zu mehr Problemen der Gelenke führt (frühzeitiger Verschleiß).
  3. Viele Sportler haben Schmerzen beim Bewegen
  4. später kommt oft Arthrose in verschiedenen Gelenken
  5. Gleitwirbel
  6. Instabilitäten
  7. Künstliche Gelenke sind oft die Folge von Leistungssport
  8. Wenn Schmerzen dauerhaft und stark sind, können Depression und Verzweiflung folgen, da der Sport oft Kompensation für Erlebtes ist (wie eine Flucht, man spürt sich…).

Wir können oft die gezerrten und gestauchten Muskeln lösen, damit die Spannung an den Knochen und Bändern sinkt. So kann die Struktur schneller heilen, da auch die Durchblutung (Zu- und Abfluss) besser wird. Langfristiger Verschleiß kann oft vermieden werden, wenn die Muskeln locker und die Gelenke so beweglich wie möglich bleiben, z.B. bei alten Mönchen, die ein Leben lang extreme Beweglichkeit, gute Kraft und den Geist mit Meditation bei guter Ernährung trainieren, sehen wir im Alter unglaubliche Dinge. Auch bei alten Yogis könne wir sehr gute Beweglichkeit beobachten.

Meine Vorbilder wurden so mit den Jahren der Erfahrung eher die Mönche des Shaolin als die trainierten Fitnesstrainer in unserem Kulturkreis. Die Mönche des Shaolin zeigen uns, dass es nicht „das Alter“ ist , das uns die Probleme macht, wie so viele ältere Patientinnen und Patienten fragen,sondern was wir tun und was wir nicht tun, bis wir „im Alter“ sind. Dies ist die gute Nachricht!!

Was als längerfristiger Effekt geschieht: Eure Muskeln werden mit den Jahren dünner und elastischer. Sie sehen nicht mehr so angespannt trainiert und dick aus, wie beim Fitnesstraining. Also bei manchen Menschen vielleicht schwierig mit dem Ego und der Eitelkeit.

Entspannter Arm, dünner Muskel,, Leistung langfristig möglich, gegen Schmerzen

G) Was bedeuten die Erkenntnisse fürs Aufwärmen beim Sport?

Beim Sport entstehen oft Überlastungen und direkte Verletzungen der Muskeln und Gelenke. Um diese zu entlasten und weitere Verletzungen wie Muskelfaserrisse zu vermeiden, lösen wir die zu hohe Spannung der gelenkführenden Muskulatur. So sinkt die Muskelspannung, damit die Sportler nicht zu angespannte Muskeln haben, bevor sie in den Sport oder Wettkampf starten. Also nicht zu locker und nicht zu angespannt in Ruhe.

Wenn die zu hohe Ruhespannung der Muskeln sinkt, steigt die Leistung langfristig. Da die Bremse durch den Gegenspieler (Antagonisten) der Bewegung loslässt, wenn der Muskel (Agonist) eine Bewegung durchführen soll.

Also sollte das Aufwärmtraining dazu genutzt werden, die Muskeln mit KiD Kraft in Dehnung als Dehnkraft zu belasten. Dadurch sinkt die Ruhespannung, die Durchblutung steigt, die Nerven werden entlastet, der Druck an den Gelenken kann nachlassen. Im Gegensatz dazu, wenn Muskeln in die Verkürzung aufgewärmt werden, steigt die Spannung an, was dann wieder eher zu Verletzungen führt.

H) Was bedeuten die Erkenntnisse fürs Aufwärmen im Sport bei Kindern?

Wenn Kinder wachsen, haben sie oft Schmerzen. Diese werden oft als Wachstumsschmerzen diagnostiziert. Wenn wir uns den Unterschied anschauen, was es für Theorien gibt, fallen verschiedene Dinge auf.

  • Manche Sportarten fördern maximale Beweglichkeit von Anfang an
  • Manche Sportarten brauchen keine „Dehnübungen“ bei Kindern
  • Was Hänschen nicht lernt….
  • Aus meiner Erfahrung und den Ausbildungen ist es für mich wichtig, die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit der Muskeln der Kinder zu erhalten. Denn Ihr erinnert Euch: „….das Weiche und Biegsame überlebt!“
  • Es ist viel einfacher, die Muskeln der Kinder geschmeidig zu erhalten, als die verhärteten, verkürzten Muskeln der Erwachsenen wieder geschmeidig zu bekommen. Dazu habe ich von 2007-2012 ein Gesundheitsprojekt an der int. Friedenschule in Köln durchgeführt und ein Kinderbuch geschrieben: Athos und die Knorpelbande (siehe Veröffentlichungen- Literatur). Wenn sich die Gelenkstrukturen wie Bänder, Knorpel, Meniskus erst mal degenerativ verändert haben, wird es schwerer etwas zu verbessern.

Viel Spaß beim Training auf maximale Beweglichkeit bei guter Kraft.

I) Ernährung und Sport für Langzeitleistung

Als ich selbst Leistungssport betrieben habe, gab es ein Paradigma: Kohlehydrat- Partys! Was wir allerdings brauchten, zwischendurch immer wieder etwas zu essen und es gab immer Hunger zwischendurch.

Heute kippt das Wissen Richtung kohlehydratarme Ernährung. Wissenschaftliche Untersuchungen von Dr. med. Kurt Mosetter schauen nach Laktat und dem Ammoniak. Laktat steigt schnell an, ist dadurch gut messbar und hat einen Punkt, an dem es nicht weiter ansteigt.

Ammoniak hat eine andere Kurve. Es steigt langsam, aber wenn es steigt dann stetig. Es ist Blut-Hirnschranke gängig und macht dann die Nervenleitung zum Muskel müde.

Heute halte ich es beim Sport persönlich folgendermaßen:

  1. Nüchternsport als Stoffwechseltraining (1-2 Stunden vorm Frühstück)
  2. Kohlehydratarme Ernährung und weitgehender Verzicht auf Süßigkeiten
  3. KiD Kraft in Dehnung als DehnKraft vor, zwischendurch und nach dem Sport
  4. Ausdauer trainieren durch Joggen und Schwimmen, selten Fahrradtouren
  5. ab und zu behandeln lassen der zu angespannten Muskeln, die durch den beruflichen Alltag entstehen.

J) Literatur Sport und Langzeitleistung

Es gibt inzwischen mehrere Bücher zu diesem Thema Langzeitleistung und Sport.

  • Zucker, der heimliche Killer (Dr. med. Kurt Mosetter)
  • Myoreflextherapie Band 1+2 (Dr. med. Kurt Mosetter)
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