Angst und Zusammenhänge zu Muskeln, Schmerzen und Training -Folge #073

Muskeln entspannen, als körperlicher Zugang zu Ängsten

Angst im Zusammenhang zu den Themen Muskeln, Schmerzen am Rücken oder am Kopf, ergibt sich aus den muskulären Reaktionen. Egal, ob Angststörung, Versagensängste, Angstzustände, Existenzangst oder ähnliches, die körperlichen Reaktionen zeigen sich in der Muskulatur als Spannung oder Verspannung. Auf Dauer wirken diese Kräfte an den Knochen, was sich oft als Arthrose oder spinale Enge manifestieren kann. 

Ängste werden aus den Geschichten der Patientinnen und Patienten der Myoreflextherapie oder Myohydrotherapie beleuchtet. Angst hat viele Gesichter und diese zeigen sich oft schon in Haltungsmustern der betroffenen Menschen. 

1. Angst in Zusammenhang mit einem Sprichwort, bei uns im Westen

  1. Ich mache mir vor Angst in die Hose (hat mit der Niere und der Blase zu tun).
  2. Etwas geht mir an die Nieren.
  3. Die Angst geht mir durch Mark und Bein.

Diese Sprichwörter zum Thema Angst und der Zusammenhang zum Körper, hat sich aus vielen Jahrzehnten der Erfahrung in der Bevölkerung entwickelt. Also eine Kopplung der Emotion Angst mit dem Körper und den Organen. So kommt das Gefühl in den Körper.

2. Angst haben

Der aktuelle Anlass für diese Episode des Podcast zum Thema Angst ist, dass in den letzten 2 Jahren die meisten Menschen sehr viel Angst haben. Diese entsteht zum einen durch die mediale Befeuerung mit Corona und allem was damit zu tun hat. Allerdings eher Panik erzeugend wie beruhigend. In der Praxis hören wir seit Jahrzenten über Ängste, mit denen sich die Menschen so durchs Leben bewegen müssen. Dies sind Ängste wie 

  • Als Überlebensschutz
  • Vor Schmerz
  • Existenzangst
  • Versagensangst
  • Unklare Ängste
  • Somatische Ursache (aus dem Körper entstehend)
  • Phobien
  • Angst vor Viren
  • Angst vor Geistern
  • Angst vor Krieg
  • Angst vor Unfällen
  • Angst vor der Zukunft
  • Angst vor Fegefeuer und der Hölle 
  • Etc. 

Man sagt auch: die Deutschen sind das Volk der Ängste.

3. Angst machen

Es gibt inzwischen viele Bücher und Videos, in denen beschrieben wird, wieso es viele Menschen gibt, die anderen versuchen Angst zu machen. Diese Angst ist oft eine gute Grundlage, um Geschäfte zu machen (z.B. Mafia) und eine gute Möglichkeit, Macht zu erlangen oder Macht zu sichern. 

Wenn Ihr also keine Angst mehr haben würdet, wärt Ihr ein verlorenes Schaf für viele Geschäftemacher und machtbesessene Menschen. 

Man muss im Leben also einen guten Mittelweg finden aus natürlicher Angst vor lebensbedrohlichen Situationen und Angst, die man sich machen lässt, z.B. durch mediale Befeuerung eines bestimmten Themas.

4. Angst in Zusammenhang mit der östlichen Medizin

  1. Die Angst und der Schock gehören als Emotionen zum Wasserelement.
  2. Das Wasserelement wird dem Funktionskreis Niere und Blase zugeordnet. 
  3. In diesen Funktionskreis gehören unter anderem die Kälte (Sprichwort bei uns im Westen dazu: mir ist kalt bis auf die Knochen). 
  4. die Knochen bzw. die Wirbelsäule und das Ohr. 
  5. Und des weiteren Nahrungsmittel wie Salat, Fisch und Hülsenfrüchte. 

5. Angst in Zusammenhang mit Hormonen im Gehirn

Wieso sind Ängste ein wichtiges Thema in der Medizin, auch in den Myo-Praxen in Köln oder Haslach? Weil wir heute durch die Erweiterung der Erkenntnisse der Wissenschaft die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist viel mehr beachten (und im besten Fall auch verstehen) als noch vor ein paar Jahren. 

Auch mein Lehrmeister Dr. med. Kurt Mosetter (Begründer der Myoreflextherapie) hat schon vor über 20 Jahren die Vernetzung der unterschiedlichen Betrachtungswinkel zwischen östlicher (TCM) und moderner wissenschaftlicher Sichtweise vorangetrieben. Die Vernetzung der unterschiedlichen und modernen medizinischen Fachbereiche führte ihn zu der Entwicklung des Fachgebietes „Neuromyologie“. Angst ist erst einmal eine wichtige Emotion, um uns zu schützen. 

Ursachen krankhafter Angst: Es gibt verschiedene Erklärungsansätze (psychoanalytische, verhaltenstherapeutische und neurobiologische). Angstauslösende Faktoren sind Stress, Traumata, Alkohol- und Drogenkonsum, bestimmte Medikamente, Funktionsstörungen der Schilddrüse, Herzerkrankungen und Hirnerkrankungen. Eine Hirnregion, in der die Angst sitzt, ist die Amygdala (Mandelkern). Heute wissen wir, dass Stress Angst erhöhen kann. Bei Angststörungen ist vermutlich das Gleichgewicht von Botenstoffen wie Serotonin, Noradrenalin oder Gamma-Aminobuttersäure im Gehirn gestört. Studien haben gezeigt, dass Oxytocin die Reaktion der Amygdala vermindern kann. Letzterer ist für Emotionen wie Angst zuständig. 

Körperliche Reaktionen: Der Puls steigt, das Blut weicht aus dem Gesicht, sie zittern und bekommen weiche Knie. Ihr Atem wird schneller und trotzdem haben sie das Gefühl, keine Luft zu bekommen, oft auch Magenschmerzen, Erbrechen oder Durchfall, Erweiterung der Pupillen und Händeringen. Die Gefühle/Emotionen üben einen starken Einfluss auf unser Verhalten aus. Psychisch wirkt sie als Gefühl des Entsetzens und der Ausweglosigkeit. Angst kann nicht nur eine lähmende, sondern auch eine mobilisierende Emotion sein. Die Schilddrüse kann durch übermäßige Hormonausschüttung bei Schilddrüsenüberfunktion zu Ängstlichkeit führen.“

Es gibt in unseren Behandlungen mit Myo-Therapien viel Spielraum und Zeit, um gezielte Fragen zu stellen und zu beantworten. Zuerst fassen wir natürlich die Muskeln an und tasten nach verspannten Stellen. Dann fangen die Patientinnen und Patienten oft an zu erzählen, wo der „Schuh“ wirklich drückt. Man kann in den Behandlungen auch viel Übungen für die „Muskeln und Muskelketten der Angst“, bei allen möglichen Schmerzen (Rücken, Schulter, Knie, Finger, Fuß oder Zehen), praktisch anleiten. Ebenso kann theoretisches Wissen zu Themen Angst und langfristiger Druck auf die Gelenke des Körpers sowie die Zusammenhänge zur Muskulatur und der Psyche (Somatopsychik) erläutert werden. 

Das Thema Angst und Muskeln wird in der Schweiz beim SIPT (Schweizer Institut für Psychotraumatologie), in der Myoreflex-Therapie Ausbildung in Konstanz und anderen Seminarorten und in Seminaren und Vorträgen in Köln abgehalten. 

Als Übungsbuch kann ich das im folgenden Bild empfehlen, das in Zusammenarbeit mit dem Psychologen Michael Kopper entstanden ist.

1. Angst und Behandlungsmethoden 

Behandlungs-Methoden, die bei Angst unterstützen können: 

  1. Psychologie als Fachdisziplin
  2. KiD (Kraft in Dehnung) als DehnKraft2go®-Trainingssystem in den fünf Stufen Anfänger – Fortgeschrittene – Könner – Meister – Großmeister. So werden die muskulären Angstmuster nicht durch Muskeltraining verstärkt, sondern diesen wird mit dem Training entgegengesteuert. 
  3. Das MyoBoard2go® zur Selbstbehandlung verhärteter und verkrampfter Muskeln des Angstmusters. Vordere Muskelpartien sind besonders betroffen. Ums Brustbein sitzen hohe Spannungen, da man sich bei Angst mit dem Brustbein nach hinten (dorsal) in den Brustkorb zurückzieht, als Schutzhaltung. So kann man sich dort jeden Tag selbst etwas die Muskeln lockern und lösen. Ganz gezielt an den Schmerzpunkten und weit darüber hinaus (Nierenmeridian in der TCM). Steigerbare Reize mit den Steckern des MyoBoard2go®, im Gegensatz z.B. der Faszienrolle (bleibt immer gleich).
  4. Myoreflextherapie nach Dr. Mosetter als Trauma komplementär Therapie. 
  5. Myohydrotherapie als Therapie, die im Wasser angewendet wird. 
  6. Delfintherapie
  7. U.v.a.
2. Lachen bei Angst

Auch bei Angst sollte man die beste und kostengünstigste Möglichkeit der besten Medizin, das Lachen, nicht zu kurz kommen lassen. Uns wird oft von Betroffenen mit Angst berichtet, dass sie nichts zu lachen haben. Da ich selbst gerne lache, finde ich es immer wieder schön, wenn die Patientinnen und Patienten etwas zu lachen haben. Allerdings reicht dies alleine oft auch nicht, seine Ängste zu bearbeiten oder loszuwerden. In schweren Fällen, mit tiefsitzenden Angstzuständen, muss unbedingt eine Psychologin oder Psychologe hinzugezogen werden. 

3. Angst allgemein

Angst Definition: Angst ist ein ungerichteter Gefühlszustand, der eine unbestimmte Bedrohung signalisiert. Quelle:  https://flexikon.doccheck.com/de/Angst , gelesen 28.11.21

  • Als Zivildienstleistender ärgerte es mich, dass wir mit psychologischen Angstpatientinnen und Angstpatienten arbeiteten, aber nichts zur Theorie der Ängste lernten. 
  • Später als Physiotherapeut erkannte ich, wie wichtig es ist, die eigene Angst und Ängste zu erkennen und zu bearbeiten. Nur so kann man die eigenen Ängste von den Ängsten der Patienten trennen. 
  • In späteren Ausbildungen zum Heilpraktiker, war einer meiner Lehrmeister Dr. Dr. del Monte (geb. Lovric). Er ist Sozialpsychologe, Psychotraumatologe, Hirnforscher und Medizinwissenschaftler. Es ging viel auch um die Theorien zur Angst, Angstzuständen, unbewussten Ängsten, Angststörungen etc. 
  • An der Uni Köln gab es sieben Semester lang, unter dem Begründer der Psychotraumatologie Prof. Dr. Gottfried Fischer, die Möglichkeit Vorlesungen zu Angst und deren Begleiterscheinungen zu besuchen. 
  • Dr. med. Kurt Mosetter war als Lehrer der Zusammenhänge aus Muskelsystem und Angsterlebnissen ein wichtiger Mentor.

In allen Jahren des Lernens und Arbeitens mit Menschen, war es wichtig, den psychologischen Aspekt der Angst und die muskulären Zusammenhänge der Auswirkunken (z.B. Kopfschmerz oder Rückenschmerz) zu erkennen. Aus heutiger Sicht ist es unerlässlich, als Körpertherapeut, diesen Aspekt des Menschseins mitzulernen und zu bearbeiten. 

Es gibt immer auch Ausnahmen: z.B., wenn der Notarzt akut das Leben retten muss. Er braucht nicht nach tief sitzenden Ängsten der Menschen zu fragen. 

4. Angst und die Wirbelsäule

Angst geht durch Mark und Bein, habe ich in den Sprichwörtern hinterlegt. 

Auch die Wirbelsäule besteht aus Knochen, Bändern und Bandscheiben. In der TCM ist die Wirbelsäule mit der Angst (Wasserelement) gekoppelt. Es lohnt sich also bei Wirbelsäulenschmerzen oder Verschleiß auch nach tiefsitzenden Ängsten zu forschen. Was allerdings auch passieren kann, ist, dass wenn wir jemanden in den tiefen Bauchmuskeln (m. iliopsoas) behandeln, die an die Wirbelsäule ziehen, dass dann alte Angsterlebnisse erzählt werden. Wir erleben in der Praxis aber auch, dass Patientinnen und Patienten die schwer traumatisiert sind und tiefe Angst erleben und diese in sich tragen, später an starker Arthrose leiden.

5. Angst bei unterschiedlichen Sportarten

Gerade wenn wir neue Sportarten entdecken und anfangen zu trainieren, werden wir oft mit Ängsten konfrontiert. Dies geht von Versagensängsten, Verletzungs-Ängsten bis hin zu alten Ängsten aus anderen Sportarten. Die Anti-Angst-Übungen sind bei uns im Sport bei fast allen Sportarten ein wichtiger Bestandteil des Aufwärmtrainings. Da immer gleichzeitig zur Dehnung auch die Kraft aufgebaut wird, werden die Muskeln danach gut durchblutet und locker. Wir Menschen sind bis ins hohe Alter auf eine sehr gute Beweglichkeit angewiesen. Dies verhindert, dass uns die Angst die Knochen schädigt. Zum einen, um die jeweilige Sportart überhaupt erst ausführen zu können, zum anderen, um sich nicht ständig an den Muskeln zu verletzen. Unsere Muskeln sind für alle Menschen bei allen Sportlerinnen und Sportlern anatomisch die gleichen.

6. Angst und Joggen 

Gerade bei Angst sind wir auf Kampf oder Flucht (Davonlaufen) aus unserer Evolution geprägt. Da wir in unserem Alltag oder Beruf oft nicht davonlaufen können, selbst wenn wir Angst haben, bleiben unsere Muskeln oft in einer Dauerspannung eingefroren. Gerade vor und nach dem Joggen bieten sich die Kraft in der Dehnung Übungen als Anti-Angstübungen an. Sie werden in fast allen Sportarten vor dem Sport und auch vorm Joggen eingebaut, um die Muskulatur geschmeidiger für den Sport zu bekommen. Schaut Euch das Video auf der Website an und bei YouTube unter: https://muskel-gesundheit.de/videos/uebungen-sport/ . So können wir 2 Effekte auf einmal nutzen. Wir laufen die Angst aus dem Körper heraus und trainieren die Muskeln gleichzeitig auf Geschmeidigkeit.

7. Die Angst und das Kiefergelenk (Kiefermuskeln)

Symptome und Schmerzen der Kiefergelenke und der Kaumuskeln werden uns in der Praxis (Köln + Haslach) von Angstpatientinnen und Angstpatienten oft berichtet:

  • akute Schmerzen am Kiefer und dessen Gelenken. Wir arbeiten als Ausgleichsübung mit dem Weinkorken beißen (der beißende Löwe).
  • chronischen Schmerzen am Kiefer auch hier arbeiten wir als Ausgleichsübung mit dem Weinkorken beißen (der beißende Löwe).

8. Angst sitzt mir im Nacken (HWS-Halswirbelsäule) und den Halsmuskeln 

Gerade bei Angsterkrankungen kann man leichte Übungen für die Nackenmuskeln und HWS (Halswirbelsäule) machen. Aber wie immer die Übungen sachte durchführen und nicht übertreiben.

  1. Gegen die Ängste die seitlichen Halsmuskeln üben: 

Bewegt Euren Kopf zu einer Seite, entweder links oder rechts. Dadurch werden die seitlichen Halsmuskeln beweglicher. Dann zieht Ihr die Schultern zur Hüfte und dehnt somit die Halsmuskeln noch mehr auf. Dann wird mit der entsprechenden Hand gegen eine Wand oder einen Baum nach außen gedrückt. Aber auch hier ohne, dass eine Bewegung stattfindet, oder Ihr drückt den Kopf gegen einen Widerstand, ohne ihn zu bewegen. 

  1. Anti-Angstübung für die drehenden Halsmuskeln: 

Dreht Euren Kopf zu einer Seite, dann wieder nach links oder nach rechts. Dann haltet Ihr (oder jemand anderes) den Kopf dort fest. Jetzt versucht Ihr den Kopf zurück in die andere Richtung zu drehen, ohne dabei die Halsmuskeln zu bewegen.

  1. Anti-Angstübung für die hinteren Halsmuskeln: 

Neigt Euren Kopf nach unten, bis es deutlich hinten in der Halswirbelsäule zieht. Also das Kinn zur Brust nehmen, bis zum Ende der Bewegung. Den Kopf leicht gegen einen Widerstand nach hinten drücken, ohne eine ruckartige Bewegung..

  1. Übung gegen Ängste, für die drehenden Halsmuskeln: 

Den Hals langsam und sachte nach rechts oder links drehen. Falls es Euch dabei schwindlig wird (wie z.B. nach Zahnarzt oder Friseurbesuch), dann wieder etwas aus der Bewegung herausbewegen. Später dann wieder langsam dort weiter trainieren. Ansonsten am Bewegungsende entweder gegen eine Hand als Widerstand drücken oder wiederum gegen einen Widerstand außerhalb des Körpers.

  1. Zeitdauer der Anti-Angstübungen für die verschiedene Halsmuskeln: 

Ihr solltet auch hier die Übungen 3 bis 4 Atemzüge statisch (ohne Bewegung) halten. Wiederholt jede Anti-Angstübung für die unterschiedlichen Halsmuskeln zwei – bis dreimal am Tag. Wie bei allen Übungen, solltet Ihr die Anti-Angstübungen Halsmuskeln zwei bis dreimal pro Woche in Eure Sportarten, in Euren Alltag oder in das Berufsleben integrieren!

9. Angst sitzt auf den Schultern und den Schultermuskeln 

  1. Anti-Angstübungen für die Schultermuskeln: Angst Sitz auf den Schultern und den Schultermuskeln. Anti-Angstübungen für die Schultermuskeln sind wichtig, da hinten durch die Dauerbelastung der Anspannung in der Muskulatur sehr oft Schmerzen entstehen. Angst sitzt auf den Schultern und den Schultermuskeln. In diesem Fall also die Arme vorne vor der Brust verschränken und mit leichtem Druck gegen irgendeinen Widerstand nach vorne wegdrücken, allerdings ohne die Arme zu bewegen.
  2. Die gegen die Angst gerichteten KiD Übungen (Kraft in Dehnung als DehnKraft) können die Verklebungen der Schulterblätter lösen. Verklebungen der Muskeln oder Faszien entstehen oft auch gerade durch das Training der Muskeln auf Kraft oder Ausdauer im herkömmlichen Sinn.  
  3. Die Angst-Muskelübungen für die Schultermuskeln vorne im Bereich des Herzens verbessern die Schulterstellung, dort wo gezielt in die Länge trainiert wird. Hier geht es vor allem um den kurzen Brustmuskel.
  4. Anti-Angstübungen der Schultermuskeln oben, können die Spannung, die oft nach oben Richtung Kopf (bis zu Kopfschmerzen) zieht, entlasten. 
  5. Gegen Ängste gerichtete Übungen der Schultermuskeln unten verbessern die schmerzhafte Hebung des Armes. Bei Angst ziehen wir die Arme eher an den Körper heran, um uns zu schützen. Somit entsteht ein Effekt wie beim „Painful Arc“, wobei wir den Schmerz oben auf der Schulter zu spüren bekommen.
  6. Auch die Angstübungen für Eure Schultermuskeln nicht übertreiben, damit Ihr keine zusätzlichen Schmerzen oder Zerrungen in den Muskeln verursacht.

10. Angst und die Bauchmuskeln

Unsere speziellen Angstübungen gelten auch für die Bauchmuskeln. Sie können mit den verschiedenen Übungen für die geraden und schrägen Bauchmuskeln trainiert werden. 

  1. Bei Angststörungen zeigen wir andere Übungen wie die bisherige (Pezziball, Sofalehne etc.) Verkürzungsübungen (Sit-ups). Lange Muskeln trainieren wir durch eine Rückneige im Stehen. Um die geraden und die schrägen Bauchmuskeln zu trainieren, drehen wir den Oberkörper einmal mehr nach links und einmal mehr nach rechts in der Übung.
  2. Bei Übungen an Trainingsgeräten könnt Ihr sehr weit in die Verkürzung trainieren und dadurch die Bauchmuskeln immer straffer trainieren. Da man aber bei Angst kurzatmig wird, sind die Bauchmuskeln meist eh schon mehr angespannt als unter Ruhebedingungen. Um also das Zwerchfell zu entlasten und die Bauchmuskeln zu entspannen, brauchen wir das Krafttraining auf einen langen Bauchmuskel. Dafür bietet sich die Übung an, in der man den Oberkörper nach hinten neigt. Im Yoga entspricht dies dem Sonnengruß.
  3. Auch wenn es um Angst geht, gilt für die Bauchmuskeln das, was ihr immer tun solltet. 3 bis 4 Sekunden statisch die lange Kraftübung halten. Schüttelt Eure Muskeln zwischen den Anti-Angst-Übungen ab und zu aus. 
  4. Die Anti-Angstübungen für Eure Bauchmuskeln können immer mal zwischendurch Rückenschmerzen auslösen. Euer Gehirn schaltet Euch diese Schmerzen in den Rücken, wenn die Bauchmuskelfasern gedehnt werden. Dies gilt für die geraden und die schrägen Bauchmuskeln gleichermaßen. Dann einfach nach vorne beugen, dann lässt der Rückenschmerz oft schon wieder nach. 

11. Angst und die Rückenmuskeln 

Am Rücken laufen der lange Rückenstrecker Muskel und der Musculus illiacus als gemeinsame Bahnen vom Hals zum Steißbein. Da wie anfangs schon erwähnt, der Blasenmeridian mit der Angst in Verbindung steht, ist bei den meisten Patienten der Rücken sehr angespannt. 

  1. Oft ist das Ziel bei Rückenschmerzen das Erreichen starker Rückenmuskeln. 
  2. Die Rückenmuskeln lassen sich oft besser bei Angstzuständen trainieren, wenn ihr Wärme auf die unteren Rückenmuskeln packt. 
  3. Bei Angst die Rückenmuskeln unbedingt langsam aufbauen und langfristig dranbleiben. Der Muskelaufbau sollte so gestaltet werden, dass die Muskeln nicht unter noch mehr Anspannung geraten. Hierzu bieten sich wie immer das KiD (Kraft in Dehnung als DehnKraft Übung) Training an. 

12. Angststörung und Meridiane aus der TCM

Während der Angststörung schaut man sich die Verbindungslinien aus der Akupunktur, die über den ganzen Körper ziehen (Meridiane), an. Es geht anfangs vor allem um den Blasen- und Nierenmeridian. Man kommt zu dem gleichen Ergebnis, wie wenn sich die Muskeln der Angst auf modere Muskelplakaten anschaut. Auch dort sind die Linien sogar noch diagonal über den ganzen Körper verbunden, eingezeichnet. Unter Behandlung geht es darum, diese Bahnen so zu stimulieren, dass die Spannung dort absinkt. Ob man das nun mit einer Akupunkturnadel oder mit dem Finger (als Druckpunkt Simulation) bzw. mit einer KiD (Kraft in Dehnung als DehnKraft Übung) durchführt, spielt für den Punkt und das Gehirn (als verarbeitende Instanz) keine entscheidende Rolle.

13. Angst beim Apnoetauchen 

Angst ist ein großes Thema für Freediverinnen/Freediver, Apnoetaucherinnen/Apnoetaucher. Gerade wenn man lange unter Wasser bleiben soll, werden viele mit der Angst vorm Ersticken konfrontiert. Es ist also ein großer Teil des Trainings, zu lernen mit dieser Angst umzugehen. Je genauer man die physiologischen Vorgänge beim Luftanhalten kennenlernt, je mehr man dies trainiert, desto mehr verliert man die Angst unter Wasser.

Gute Anti-Angstübungen, die Ihr regelmäßig ins Apnoe-Training integrieren können, haben etwas Essentielles. Sportarten wie Freediving bzw. Apnoetauchen, sind besonders dazu geeignet, nach innen in den Körper zu schauen: „Wo bin ich angespannt?“, „Wo muss ich mich lösen, um besser entspannen zu können?“. Beim Freediving Apnoetauchen = mit nur einem Atemzug, braucht es unabdingbar die Angst. Sie schützt uns davor, einfach in die Tiefe abzutauchen und die Gefahren zu übersehen, die zum Tode führen könnten. In der praktischen Einheit wird im Wasser auch durch Behandeln entspannt. Als Vorbereitung für den Tauchgang ist dies sehr geeignet!

14. Angst in der Wassertherapie

In der Wassertherapie „Myohydrotherapie“ kann es sein, dass man mit alten Trauma Erfahrungen im Wasser konfrontiert wird. Dies kann aber auch eine Möglichkeit sein, genau diese Traumatisierungen langsam und unter kontrollierten Bedingungen zu lösen. Es gilt also in der ersten Sitzung abzuklären, ob eine traumatische Erfahrung im Wasser im Hintergrund liegt.

15. Gegen Angst arbeiten, mit Musik 

Angst kann man auch mit Musik bearbeiten. Ihr macht dann Bewegungen für Eure Muskeln, Gelenken und Muskelketten. Man kann das Gefühl über Bewegungen abschwächen. Wer Musik macht, lebt oft spaßiger als ohne Musik. 

Allerding nutzen Filmproduzenten Musik auch gezielt, um gerade Angstgefühle zu erzeugen oder zu verstärken. 

16. Literatur zum Thema: Angst des Körpers und der Gelenke

Es gibt auch zum Thema Angst der Menschen insgesamt viel Literatur. Dazu muss man nur etwas zum Thema Angst googlen, bei Amazon schmökern oder in einen Buchladen gehen. Dort kann man Euch oft weiterhelfen.

Angst ist Energie (von Michael Kopper)

Wenn Du Dich streitest, dann ist dies Ausdruck von Energie und der Versuch, Deine Energie zu haushalten. Und wenn Du streitest oder Angst hast, dann geht es eigentlich nicht um das Thema über das Du streitest. Es geht am Ende immer um die Energie, die sich an einem Thema entzündet. Denn eine Meinungsverschiedenheit muss nicht zum Streit führen: Erst, wenn archaische und biologische Energie hinzukommt, entsteht ein Streit – oft wegen Nichtigkeiten.

Und wenn Du all Deine Ängste und jeden Streit, den Du jemals in Deinem Leben hattest etwas genauer und etwas tiefer betrachtest, dann steckt hinter all dem zunächst eine Urkraft, die sich hier in Deinem Leben gerade in Szene setzt. 

Viele psychologische Therapien setzen an der Idee an, Gedanken zu ordnen und Reaktionen zu verstehen. Alles entsteht in der Kindheit sagt man. Aber vor der Kindheit gab es noch etwas anderes: Energie und biologische Kräfte.

Verstehen musst Du, dass soviel Energie oft nicht nötig ist, um ein Problem zu lösen – sie bricht an der falschen Stelle aus, wenn Sie sich von Deinem Bewusstsein löst. Schnell versklavt Sie sich dann. 

Immer also, wenn es nicht direkt biologisch für dich gefährlich ist, brauchst du keine Angst, Wut oder Hass um ein Problem zu lösen, dann ist zu viel Energie im Spiel, die Dir an einer anderen Stelle dann später fehlt.

Also kümmere Dich um die  Energie hinter Deinen Ängsten, die Energie hinter Deinen Gedanken. Schau dahinter und betrachte Deinen Körper und wo diese kraftvolle Energie in Deinem Körper gerade wütet. Du wirst merken: Sie zeigt Dir viele Gesichter. 

Und Du wirst bemerken: Du bist, auch oder gerade in den größten Krisen voller Energie. Sie zu haushalten ist Deine Aufgabe im Leben. 

Und dabei hilft Dir Dein eigener Geist, Dein Bewusstsein.

Beobachte die Energie hinter den Gedanken: Dahin, wohin sich Dein Bewusstsein richtet, dahin fließt Deine Energie. Und wenn Du Dein Bewusstsein auf Deinen Körper richtest, während Deine Gedanken toben, dann fließt auch Deine geistige Energie wieder in Deinen Körper zurück und Du kommst ins Gleichgewicht.

Denn Schmerz, Angst und Sorge entsteht nur, wenn sich Dein Geist von Deinem Energiesystem trennt – und sich zu sehr außerhalb des Körpers befindet. 

Dein Geist ist mit der Kraft der Konzentration die zentrale Koordination: Er fokussiert die Energie von Bauch, Kopf und Herz in Deiner Mitte.

Kehre zu Dir zurück und Du findest die Mitte: Sie ist direkt neben Deinem Herzen.

Quelle: https://www.facebook.com/michael.kopper.98, gelesen: 28.12.21

17. Videos zum Thema Angst und Atmen

https://www.youtube.com/watch?v=Fssi5RQwUAU Video über in den Körper eintauchen, ins Meer eintauchen und in die Ängste 12.12.21, 11.00

  1. Angst in einem Gedicht beschrieben, gefunden bei Facebook

MASCHA KALÉKO

Rezept

Jage die Ängste fort

Und die Angst vor den Ängsten.

Für die paar Jahre

Wird wohl alles noch reichen.

Das Brot im Kasten

Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.

Es ist dir alles geliehen.

Lebe auf Zeit und sieh,

Wie wenig du brauchst.

Richte dich ein.

Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:

Was kommen muss, kommt.

Geh dem Leid nicht entgegen.

Und ist es da,

Sieh ihm still ins Gesicht.

Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.

Und hüte besorgt dein Geheimnis.

Auch der Bruder verrät,

Geht es um dich oder ihn.

Den eignen Schatten nimm

Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.

Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.

Flicke heiter den Zaun

Und auch die Glocke am Tor.

Die Wunde in dir halte wach

Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug

Und halte dich an Wunder.

Sie sind lang schon verzeichnet

Im großen Plan.

Jage die Ängste fort

Und die Angst vor den Ängsten.

Quelle: ://www.facebook.com/sara.k.pelzer?__cft__[0]=AZXBsFYFeIUxwFc6f_ckSdIz-zAOmTpCtGKqZKPkvFHQPACxrv7jsdUd5FGhKKnXem3LlVyOexo_YziF_kjf76VahO72I-UMmTMHgF8xZH8g8nBe6qpxQto3FifF3HXuybakZog2g0B2Cw_GwqujphawZLpNwN0Bm94iXkZphjZX_dAsfsuxRBACAfK6HXHluzbLvEx3Tkh2-xx59s4wsH5i&__tn__=-UC%2CP-R , 12.12.21, 12.00

 

Viel Erfolg und Spaß beim Anhören dieses Themas „Angst und Ängste der Menschen“ und herzlichen Dank an Dich für eine Bewertung oder ein kurzes Feedback. Auch wenn Ihr ein Thema habt, über das Ihr Fragen habt, nehme ich es gerne mal als Thema einer Episode auf. 

Viel Erfolg und Spaß beim Anhören dieses Themas und herzlichen Dank an Dich für eine Bewertung oder ein kurzes Feedback. Auch wenn Ihr ein Thema habt, über das Ihr Fragen habt, nehme ich es gerne mal als Thema einer Episode auf.