Monat: April 2022

Patienten und Patientinnen etwas zur Selbsthilfe mitgeben

Warum immer andere Schuld sind, in der Medizin und der Politik

Wenn wir uns in vielen Fragen, auch Schmerztherapie, hinterfragen, können wir die Schuldfrage weglassen. Ansonsten ist immer wieder jemand schuld, dass dieses oder jenes nicht funktioniert. Das ist auch bei Kindern so. Immer sind die Anderen schuld.  

Ob in der Medizin oder in der aktuellen Politik finden wir dieses Muster. Wenn eine Schmerz-Therapie nicht funktioniert, sind immer die Patientinnen oder Patienten schuld und nicht die Therapie. Nicht zu viele, sondern noch zu wenig Medikamente werden eingenommen. Es sind die Behandelten schuld. Seit Jahrzehnten. 

Wenn politische Maßnahmen nicht greifen, sind nicht die Maßnahmen das Problem, sondern aktuell eben die „gegen Corona ungeimpften“ Menschen. Mal sehen, wie die Diskussionen die nächsten Monate weiter gehen. 

Warum Menschen Fehler nicht zugeben können

Fehler nicht zuzugeben, fängt schon bei kleinen Kindern an. In Versuchen konnte gezeigt werden, wie kleine Kinder die Schuld anderen zuweisen, wenn sie etwas angestellt haben, was unangenehme oder schmerzliche Konsequenzen haben könnte. 

Geschäftemacher machen alles richtig 

Geschäfte machen müssen alle Menschen, um gut leben zu können. Gesunde sowie kranke oder schmerzgeplagte Menschen. Wenn man die aktuelle Zeit ansieht, werden ein paar Menschen unfassbar gute Geschäfte machen. Sie nutzen die Angst und den emotionalen Schmerz vieler Menschen aus, um die besten Geschäfte zu machen. Wenn es auch den Menschen nützt, ist dagegen nichts einzuwenden. 

Allerdings wird die Zeit zeigen, wem die letzten beiden Jahre wirklich genützt haben. Wenn wir uns die Häufigkeit der Impfungen zu Gemüte führen, könnte die Frage aufkommen, ob die Grundidee nicht funktioniert hat. Immer öfters eine Impfung zu erzwingen hilft vielleicht, die völlig überhöhten Vorräte loszuwerden (in Verträgen bestellt), den Menschen aber vielleicht nicht. Wenn der gleiche Stoff in der gleichen Dosis für dicke, dünne, große, kleine, gesunde, kranke, alte, junge, egal mit welchen Medikamenten oder Krankheiten vorbelasteten Menschen verabreicht wird, könnte das auch das falsche Vorgehen sein. Allerdings ist das Geld weg (Steuergelder). Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass wir davon etwas wiedersehen werden, auch wenn rauskommt, dass die ganze Kampagne nicht funktioniert hat. Es wurde vorher anscheinend keine Bedarfsanalyse durchgeführt, wieviel überhaupt benötigt wird. 

Immer mehr Operationen und Medikamente, statt weniger

Viele unserer Patientinnen und Patienten berichten von Operationen, die an ihnen durchgeführt wurden. Viele berichten auch von Medikamenten, die sie einnehmen sollen, wollen oder müssen. Wenn diese Menschen auch nach 

  1. Medikamenten oder 
  2. Operationen 

noch Schmerzen haben, kommen sie in unsere Praxis, um mit 

  1. Myoreflextherapie nach Dr. Mosetter oder 
  2. Myohydro-Therapie behandelt zu werden.

Meine Lehrmeister haben manchmal zuerst alle Medikamente abgesetzt, statt wieder neue oder noch mehr Medikamente zu verordnen. Alleine dadurch ging es oft schon besser. Dies ist eine andere Gesundheits-Politik. 

Gesundheits-Politik 

Vielleicht brauchen wir eine andere Art Gesundheits-Politik. Nicht immer mehr und neue Medikamente, wie früher Elektroschocks, Behandlungen jeglicher Art, sondern weniger. Das wäre natürlich nicht so gut für das Wirtschaftswachstum, aber vielleicht besser für Menschen, die erst durch das Behandeln mit vielen Therapien, Medikamenten oder Operationen kränker und kränker werden, nicht aber gesünder oder gesund. 

Fr. Klein beschriebt in ihrem Buch „Die Schock Strategie“ die Neoliberale Strategie in der Pandemie. 

Über Elektroschocks, immer mehr davon, Medikamente zur Ruhigstellung der Patientinnen und Patienten, die Angst hatten und weglaufen wollten. Nicht die Idee der Elektroschocks und der Regression des Gehirns war falsch, sondern die Patient-/innen waren schuld, wenn es immer schlechter wurde. Am Ende hatte man viele traumatisierte Menschen, keine gesunden und wieder aufgebaute Gehirne.  Das Buch beschreibt eindrucksvoll die Psychiatrie, ihre Väter, ihre Anwender/-innen, ihre Opfer und die öffentliche Darstellung. 

Patientinnen und Patienten in der Schmerzmedizin 

Bei allen Therapien von Schmerzen habe ich in den letzten 30 Jahren viele Geschichten zu hören bekommen. Z.B. bei Behandlungen von Rückenschmerzen, Arthrose oder Bandscheibenvorfällen hat sich gezeigt, dass schnell etwas weg machen zu wollen (Patientenwunsch) oft kurzfristig funktioniert. Langfristig gab es oft mehr Rückenschmerz bis hin zu Bandscheibenvorfällen. Es war dann aber nicht die Grundidee des Stärkens der Muskeln schuld, sondern immer die Schmerz-Patientinnen oder Schmerzpatienten. Sie haben zu wenig Übungen zum Stärken der Muskeln gemacht, oder sie haben die Übungen falsch ausgeführt. Sie sind zu instabil, zu überbeweglich…. Da waren wir als Therapeutinnen oder Therapeuten sehr erfinderisch. Nicht die Grundidee des Stärkens der Muskeln in die Verkürzung (Steigern der Muskel-Anspannung in Ruhe) war das Problem, sondern die Patient-/innen waren schuld. Wie praktisch. 

Man muss auch eine langfristige Strategie haben, damit das Problem nicht immer wieder auftritt oder an einem anderen Gelenk. Wieso trifft es z.B. das Hüftgelenk? Danach kommt oft ein Kniegelenk oder andersherum. Danach die andere Hüfte und das andere Knie. 

Immer wieder sind neue Operationen an anderen Gelenken notwendig. Aber wieso löst sich das zu Grunde liegende Problem nicht, nämlich, dass zu viel Anspannung auf der Muskulatur in Ruhe ist?

Literatur zu Muster hinterfragen

  1. Die Schock-Strategie: Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus gebundene Ausgabe, Februar 2021 von Naomi Klein
  2. Lockdown – Band 2: Der große Reset kommt! Februar 2021 von Michael Morris, Jan van Helsing
Viel Erfolg und Spaß beim Anhören dieses Themas und herzlichen Dank an Dich für eine Bewertung oder ein kurzes Feedback. Auch wenn Ihr ein Thema habt, über das Ihr Fragen habt, nehme ich es gerne mal als Thema einer Episode auf.