Was kann ich als Patient tun, um nicht im Medizinsystem missbraucht zu werden? -Folge #049

A) Es scheint heute so, als ob auch im Schulmedizin-System viel Missbrauch steckt

Wie kommt es, dass immer mehr Bücher auf den Literaturmarkt (siehe unten) kommen, die das Medizinsystem der Schulmedizin kritisieren? Wieso steigen die Krankenkassen Beiträge und Ausgaben jedes Jahr? Sind die Menschen deswegen gesünder? 

In den letzten Jahrzehnten musste ich viele medizinische Bücher unseres Medizinsystems pro Medizin lesen und lernen. Anatomie, Physiologie, Krankheitsbilder, Behandlungstechniken. Nach 30 Jahren Erfahrung als Therapeut (mehr oder weniger erfolgreich) und vielen Ausbildungen und praktischen Übungen bin ich an einem Punkt angelangt, Fragen zu stellen.

Wieso werfen Ärzte*innen  und wissenschaftlich arbeitende Behandler*innen anderen Menschen im Medizinsystem ständig unwissenschaftliches Arbeiten vor? Ebenso allen alternativen Behandlungen bzw. Behandlungsmethoden und Mediziner*innen die mit naturheilkundlichen Methoden (anderes Medizinsystem) Patient*innen heilen oder dies versuchen? Es gibt eine alte Weisheit: „Man kann im Gegenüber nur das erkennen, was man selbst in sich trägt“.

Arbeiten vielleicht die meisten angeblich wissenschaftlich heilenden Verfahren und Behandler*innen unseres Medizinsystems selbst unwissenschaftlich? Ist das ein neuer Skandal? Leiden und sterben vielleicht deshalb viele Menschen unnötig, die dieses System mit unser aller Krankenkassenbeiträge auch noch finanzieren müssen?

Dieser Punkt lässt mich sehr nachdenklich werden, da ich inzwischen auch viele Bücher kontra Medizinische Versorgung unseres Medizinsystems und Missstände gelesen habe. 

  1. Ist es denn gut, wenn wir Therapeuten unseres Medizinsystem ständig helfen? 
  2. Was hilft an den Therapien unseres Medizinsystem wirklich?
  3. Wieso helfen alle Therapien irgendwie? Bei allen Therapeut*innen, egal welche Therapien durchgeführt werden?
  4. Hilft es eher mir als Therapeut, dass ich mich gut fühle, wenn ich jemandem helfe, egal wie es den behandelten Patient*innen hinterher geht. Wenn es hilft, war es natürlich meine Behandlung oder die Technik, die ich angewendet habe. Wenn es nicht hilft, war es immer die Schuld der Betroffenen, da sie zu wenig geübt haben, die Übungen falsch ausgeführt haben… 
  5. Brauchen wir eine neue Behandlungs-Kultur in unserem Medizinsystem mit vielen Paradigmenwechseln?

B) Im Netz findet Ihr verschiedene medizinkritische Bücher, wie Euch die folgende Liste zeigt:

  1. Die weiße Mafia:

Medizin in der wissenschaftlichen Kritik: Wie tickt Schulmedizin als System. Nicht der einzelne Arzt oder Akteur wird kritisiert, sondern das System von Diagnostik, Behandlung und Abrechnung wird aufgezeigt. Missbrauch und Betrug, nicht zum Wohl der Patient*innen.

Das Geschäft in unserm Medizinsystem mit der Diagnostik, Krankheit und Operationen. Wie kann dieses System in Zukunft besser und für uns als Beitragszahler günstiger werden? Damit uns bezahlt wird, was uns hilft und nicht nur das was Interessensverbände miteinander aushandeln.

2. Der betrogene Patient

Schulmedizin in der wissenschaftlichen Kritik von Dr. med. Gerd Reuther 

Nie waren die Heilungsversprechen (allerdings verspricht sich jeder mal! Anmerkung von mir) größer als heute. Trotzdem ist die ärztliche Behandlung zu unserer häufigsten Todesursache geworden. Wer den Therapieempfehlungen der Mediziner rückhaltlos vertraut, schadet sich häufiger, als dass es nützt. Erschreckend viele Behandlungen sind ohne nachgewiesene Wirksamkeit und oft wäre das Abwarten des Spontanverlaufs sogar wirksamer und nachhaltiger. In diesem Buch wird ähnlich recherchiert und argumentiert wie in „Die weiße Mafia“.

Schonungslos ehrlich seziert Dr. med. Gerd Reuther nach über 30 Jahren als Arzt seinen Berufsstand. Er deckt auf, dass die Medizin in unserm Medizinsystem häufig nicht auf das langfristige Wohlergehen der Kranken abzielt, sondern in erster Linie die Kasse der Kliniken und Praxen füllen soll. Seine Abrechnung ist aber nicht hoffnungslos, denn er zeigt auch auf, wie eine neue, bessere Medizin in unserem Medizinsystem aussehen könnte. Sie müsste mit einer anderen Vergütung medizinischer Dienstleistungen beginnen und Geld dürfte nicht mehr über Leben und Tod bestimmen.

Dieses Buch verliert nie die Patient*innen aus dem Blick. Durch seine präzise Analyse der herrschenden Verhältnisse in unserem Medizinsystem wird es zu einer Überlebensstrategie für Kranke, die ihr Leid nicht durch Medizin vergrößern wollen. Eine Forderung nach guter Wissenschaft in Forschung und Therapie.

3. Schnippeln für den Profit

Medizin in unserm Medizinsystem schon wieder in der wissenschaftlichen Kritik. Chirurgie und Missbrauch, Betrug an Patient*innen, Geschäfte mit Krankheit und Operationen.

»Die Chirurgie ist das ultimative Placebo« schreibt Prof. Dr. Ian Harris.
In der Schulmedizin wird gerne und schnell zum Skalpell gegriffen. (Bei den alten Griechen galt: Erst das Wort, dann die Hand, zum Schluss das Messer; Anmerkung von mir). Doch viele dieser Operationen in unserm Medizinsystem sind wirkungslos und ihr einziger Nutzen besteht in einem Placeboeffekt. 

Wissenschaftliche Studien in unserem Medizinsystems belegen, dass die Risiken von Operationen höher sind und der Nutzen geringer ist, als es den Patienten und oft auch den Chirurgen selbst bewusst ist. Viele der am häufigsten durchgeführten Eingriffe, (Kniearthroskopien, Wirbelsäulenoperationen, Stents nach Herzinfarkten) sind gängige Praxis. Und dies ohne jemals hinreichend wissenschaftlich evaluiert worden zu sein.

Er ist praktizierender Chirurg und deckt auf, wie es in unserem Medizinsystem dazu kommen konnte, dass die Effektivität der Chirurgie so maßlos überschätzt wird. Ein ebenso beunruhigendes wie aufrüttelndes Buch.

4. Bittere Pillen 

Medizin in unserem Medizinsystem in der Kritik, auch in diesem Buch.

Bittere Pillen – der Klassiker von 3 Autoren.
Die Sonderausgabe bewertet seriös über 15.000 rezeptpflichtige und frei verkäufliche Medikamente (1.500 neue) in unserem Medizinsystem nach Nutzen und Risiken. Von Grippe- und Schmerzmitteln über Homöopathika und Naturheilmittel bis zu Krebsmitteln. 

Die von den Autoren und Experten angewandten Prinzipien wurden seit der Erstausgabe nicht verändert: seriös, wissenschaftlich, objektiv und unerbittlich, wenn es darum geht, die Interessen von Patientinnen und Patienten zu vertreten und den großen Pharmakonzernen auf die Finger zu klopfen.

»Wir lassen uns nicht davon abbringen, ganz klar von Medikamenten abzuraten, die nach unserer Meinung unvertretbare Nebenwirkungen haben und Patienten schädigen können. Wir sind von niemandem abhängig und müssen auf niemanden Rücksicht nehmen, außer auf die Leser*innen. 

5. Konzern Menschlichkeit 

Medizin schon wieder in der Kritik, Schulmedizin und Missbrauch. Betrug an Patient*innen, Geschäfte mit Krankheiten und Operationen. 

Autor: Gerhard Müller-Werthmann

6. Was Ärzte Ihnen nicht erzählen

Autoren: Lynn Mc Taggart, Klaus Pearl (01/2003). Ein Buch in unserem Medizinsystem, das schon zu der Zeit mit schockierender Offenheit vor allem eines enthüllte: für ca. 80 % aller Behandlungen gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis, dass sie funktionieren. 

Im Gegenteil: Mammographien in unserm Medizinsystem können unter Umständen Krebs verursachen, Cholesterinmedikamente senken zusätzlich Ihre Lebenserwartung und chirurgische Eingriffe verschlimmern den Prostatakrebs eher, statt ihn zu heilen. Dieses Buch zeigt Ihnen die (2003) neuesten, wissenschaftlich bewiesenen Möglichkeiten in unserem Medizinsystem für Vorbeugung von Operationen und Krankheiten.

7. Die Cholesterin Lüge

Autor: Prof. Dr. Hartenbach. Warum Cholesterin für uns so wichtig ist. Dieses Buch räumt in unserm Medizinsystem auf mit dem Märchen vom „bösen“ Cholesterin.

Viele Menschen haben inzwischen Angst vor Cholesterin. Mit dieser Angst spielt in unserem Medizinsystem vor allem die Pharmaindustrie. Fragen, die dieses Buch klären wird: warum ist Cholesterin lebensnotwendig? Ist die Senkung von Cholesterin gesundheitsschädlich und sogar lebensgefährlich?

8. Wie Sie Ihren Arzt davon abhalten, Sie umzubringen

Die Person, die Sie am wahrscheinlichsten töten wird, ist kein Einbrecher oder Räuber, auch kein geistesgestörter Triebtäter oder betrunkener Autofahrer. Die Person, die Sie am wahrscheinlichsten töten wird, ist Ihr eigener Arzt in unserm Medizinsystem.

Unglaublich? Aber wahr! Die Wahrscheinlichkeit, an den Nebenwirkungen der Medikamente zu sterben, die Ihr Arzt Ihnen in unserem Medizinsystem verordnet hat, ist fünfmal höher als bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. 

Der Autor Vernon Coleman zeigt, wie man sich gegen diese ernsthafte Bedrohung des eigenen Lebens und Gesundheit wehren kann.

9. Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert

Ein Pharmakonzern in unserem Medizinsystem wurde durch den Verkauf von Heroin groß. Ein anderer steht im Verdacht, mit falschen Behauptungen über ein Arthritis-Medikament in unserem Medizinsystem den Tod von Tausenden Patienten verursacht zu haben. Ein weiterer belog die US-amerikanische Food and Drug Administration und wurde zu einer Strafe von 2,3 Milliarden Dollar verurteilt.
Dieses Buch handelt von der dunklen Seite der Pharmaindustrie in unserem Medizinsystem, von der Art und Weise, wie Medikamente entdeckt, produziert, vermarktet und überwacht werden. 

Es zeigt detailliert auf, wie Wissenschaftler Daten fälschen, um ihre Meinung zu verteidigen. Dabei stehen die Pharmakonzerne der Mafia in nichts nach, sie sind sogar schlimmer und haben mehr Menschenleben auf dem Gewissen.
Hr. Gøtzsches Buch handelt nicht nur von Problemen. Der Autor bietet auch Lösungen, von denen einige größere Erfolgschancen haben als andere und er zeigt auf eindrückliche Weise die Notwendigkeit für umfassende Reformen.

10. Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe: Enzyklopädie der unkonventionellen Krebstherapien

Autor: Lothar Hirneise. Dieses Buch von ihm ist eine Enzyklopädie der unkonventionellen Krebstherapien.
Seit vielen Jahren bereist er die ganze Welt. Auf der Suche nach den erfolgreichsten Krebstherapien klärt er Menschen darüber auf, dass es mehr als Chemotherapie und Bestrahlung gibt. 

International anerkannt als eine der wenigen Kapazitäten auf diesem Sektor, beschreibt er in dieser Enzyklopädie der unkonventionellen Krebstherapien seine jahrelangen Forschungen. Detailliert erfährt der Leser, warum auch so genannte Experten in Wahrheit nur wenig über Krebs wissen. 

Neben der Beschreibung von über 100 Krebstherapien und Substanzen zur Behandlung von Krebs klärt der Autor auch darüber auf, welche Krebstherapien bei welchen Krebsarten in der Schulmedizin angewandt werden und was man als Patient unbedingt wissen muss, bevor man sich solchen Therapien unterzieht. 

Erstmals wird auch das 3E-Programm beschrieben, das auf der Auswertung der Krankengeschichten von Tausenden von Menschen beruht, die Krebs in einem sehr späten Stadium überlebt haben. Erfahren Sie, warum so viele Menschen an Krebs sterben müssen und andere nicht. Das Buch liefert eine unglaubliche Menge an Informationen.

Quelle der Bücher: Amazon, zuletzt besucht am 5.7.20, 17.20 Uhr

Aus Online-Artikeln:

  1. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kostendruck-aerzte-fordern-im-stern-reform-von-krankenhaeusern-a-1285354.html

Aufbegehren der Krankenhausärzte gegen ein System in Kliniken, in dem der Profit und die Vorgaben der Verwaltung dazu führen, dass 30% der Operationen nicht medizinisch indiziert sind. Es scheint so, als ob die Operationen aus finanziellen Gründen durchgeführt werden müssen, nicht zum Wohle der Patient*innen. 

  1. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/deutschland-kliniken-ignorieren-mindestmenge-fuer-komplizierte-operationen-a-1270719.html

Diese Literaturliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei ausführlicher Recherche werdet Ihr noch weitere Bücher finden, die Euch als mündige Patient*innen ausbilden.

Fernsehsendungen und YouTube Vorträge, die unser momentanes, sehr kostenintensives Medizinsystem untersuchen:

  1. https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/presse/medizinische-ueberversorgung-deutschland , YouTube am 12.07.2020 um 9.54 Uhr besucht. Was können Ärzte und Patienten gegen Über-, Unter- oder Fehlversorgung tun? Um diese Probleme zu vermeiden, plädiert der Allgemeinmediziner Dr. Wagner für ein Primärarztsystem: mit den meisten Beschwerden erst zum Hausarzt zu gehen, der einen beraten und gegebenenfalls zu einem geeigneten Facharzt überweisen kann. Dadurch ließen sich etliche nutzlose Arztbesuche und Maßnahmen verhindern. Dem stimmte auch Hr. Klemperer zu. Nicht immer sei alles wirklich erforderlich, was die Fachärzte machten. Er riet Patientinnen und Patienten sich anhand der „5 Fragen an den Arzt“ der „Stiftung Gesundheitswissen“ mit der angebotenen Behandlung auseinanderzusetzen. Dazu gehöre auch zu fragen: „Was passiert, wenn ich nichts tue?“ Anmerkung von mir: außer im akuten Notfall. Wenn Ärzte und Ärztinnen einerseits mehr Zeit hätten (Anmerkung von mir: könnte durch das eingesparte Geld unnötiger Operationen finanziert werden) und andererseits mit den vorhandenen Hilfen und Leitlinien arbeiten würden, (Palliativmedizinerin Dr. Letsch), wäre oft schon viel getan. Patienten, denen es schlecht geht und bei denen vorangegangene Therapien keine Wirkung gezeigt haben, sollten nicht mit Therapien weiterbehandelt werden, deren Nutzen nicht klar ist (Leitlinien der Onkologie).„Es gibt nicht eine Lösung“, betonte Buyx. Das Problem sei vielschichtig und auch kulturell (Anmerkung von mir: auch die Kultur, wie wir medizinisch erzogen werden) verankert. Ihre Vorschläge: Schon früh mit dem Schulfach Gesundheitserziehung ansetzen (Anmerkung von mir: ich habe von 2007-12 in Köln an einer Schule im Aufbau das Fach Gesundheitskunde unterrichtet) und mehr gesunden Menschenverstand einsetzen. Einig war sich das Podium darin, dass Arzt und Patienten lernen müssten, miteinander besser ins Gespräch (Anmerkung von mir: vielleicht auch mehr Psychologie, da oft der Körper schreit vor Schmerz, wenn die Seele stumm leidet) zu kommen und Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Die gemeinsame Entscheidungsfindung müsse verpflichtend zu den Leistungen gehören, die ein Mediziner immer erbringen müsse, um eine Behandlung abrechnen zu können, schlug Klemperer vor. „Wir haben schon eine Menge erreicht und viele Voraussetzungen dafür geschaffen, dass es besser wird“, zeigte sich Klemperer optimistisch. In der Ausbildung der Mediziner sei die Arzt-Patienten-Kommunikation nun fest verankert, so Klemperer. Auch in den Leitlinien würden Aspekte der gemeinsamen Entscheidungsfindung immer stärker berücksichtigt.
  2. https://www.n-tv.de/politik/Zu-viel-Medizin-schadet-Patienten-und-Arzten-article21371823.html , NTV Bericht im Netz, zuletzt besucht am 12.07.2020, 9.56 Uhr

     Der Beitrag vom 18.07.2018, Journalistenpreis für „Die Story im Ersten“

    Die WDR-Produktion „Operieren und kassieren – Ein Klinik-Daten-Krimi“ wurde mit dem „Journalistenpreis EbM in den Medien 2018“ geehrt.

    Viele Menschen in Deutschland sind sich sicher: in Arztpraxen und Krankenhäusern werden unnötige medizinische Leistungen erbracht. Gleichzeitig fordern viele Patienten die Behandlungen aber auch ein. Doch diese Überversorgung birgt Gefahren, wie eine Studie zeigt.

    Im weltweiten Vergleich hat Deutschland ein gut ausgestattetes Gesundheitssystem. In kaum einem anderen Land gibt es so viele Ärzte pro Einwohner. Und doch gilt die medizinische Versorgung in der Bundesrepublik als ineffizient. Ein Problem dabei: es wird unnötig diagnostiziert und operiert. Doch überflüssige medizinische Leistungen belasten nicht nur die Patienten, wie neue Untersuchungen der Bertelsmann Stiftung zeigen. Sie verschwenden zudem wertvolle Ressourcen, die für tatsächlich notwendige Behandlungen fehlen.

    Sowohl die Ursachen, als auch die Folgen der medizinischen Überversorgung sind vielfältig, wie die Studie aufzeigt. Demnach befördern Fehler bei der Vergütung und Steuerung im Gesundheitssystem den Einsatz fragwürdiger Untersuchungen und Operationen. Gleichzeitig spielen aber auch Erwartungen und althergebrachte Einstellungen sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten eine große Rolle.

  3. https://programm.ard.de/TV/tagesschau24/operieren-und-kassieren/eid_287212551277953

    20.01.2020, 02:02 Uhr: Operieren und kassieren, Ein Klinik-Daten-Krimi | tagesschau24

    In Deutschland entscheidet häufig allein der Wohnort darüber, ob ein Patient operiert wird oder nicht. Das ist das Ergebnis einer aufwendigen Recherche im Auftrag des WDR. Ein Journalistenteam und das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) haben erstmals ein Computerprogramm entwickelt. Damit wurden die Daten des Statistischen Bundesamtes zu rund 130 Millionen (!) Krankenhausaufenthalten analysiert. Die Auswertung zeigt: die ärztliche Behandlung hängt davon ab, wo ein Patient lebt und wie profitorientiert ein Krankenhaus ist. Wie kann es in Deutschland zu solch extremen regionalen Unterschieden kommen?

    Auf Grundlage einer aufwendigen Datenanalyse begibt sich der Film auf eine Reise ins Schattenreich der Gesundheitswirtschaft, in der jedes Jahr mehr als 300 Milliarden Euro umgesetzt werden.

    Das Journalistenteam schickt Test-Patienten zu auffälligen Kliniken, um zu überprüfen, ob die Datenanalyse mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Wird ihnen zu einer teuren Operation geraten, obwohl diese nicht nötig ist und Risiken birgt?

    Die verblüffenden Ergebnisse werden Experten zur Beurteilung vorgelegt. Die Story im Ersten „Operieren und kassieren“ macht deutlich, wie unzureichend das Kontrollsystem von Behörden und Krankenkassen ist: Selbst bei Verdacht auf unnötige und teure OPs gibt es kaum Handlungsmöglichkeiten. Sie erhalten wichtige Hinweise, wie sie sich als Patient*innen besser vor überflüssigen und riskanten Operationen schützen können.

    Ein Film zum Thema von Meike Hemschemeier.

C) Welche Konsequenzen hatten die Bücher für mich?

Verschiedene Medizin-Kulturen ,in denen ich medizinisch auf-gewachsen bin, seht Ihr unten. In allen gab es Paradigmen, die man hinterfragen kann, was im Übrigen äußerst wissenschaftlich wäre. Wenn ich heute Workshops gebe oder Vorträge halte für medizinische Fachleute kommt das nicht immer so gut an. Die (vor-) herrschenden Meinungen anzuzweifeln heißt auch immer zu hinterfragen, was es bringt, was den Patient*innen angeboten oder angetan wird. 

  1. Als Sohn eines Masseurs
  2. als Rückenschmerzpatient
  3. als ehemaliger Physiotherapeut
  4. als ehemaliger Myoreflex-Therapeut und Master-Instruktor für diese Behandlungsmethode in der Schweiz und Deutschland
  5. als Vater
  6. als Beitragszahler der Krankenkassen
  7. an der Uni Köln in den Vorlesungen zur Psychotraumatologie
  8. als Heilpraktiker
  9. als Buchautor
  10. als Redner und Zuhörer bei vielen Tagungen und Fortbildungen in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen
  11. als Master-Instruktor für Apnoetauchen
  12. als Therapiebegründer
  1. Dazu ein Frage-Beispiel:
  1. Wer von Euch kennt Rückenschmerzen?
  2. Wer von Euch kennt Kopfschmerzen?
  3. Wem hat man schon gesagt, er soll seine schwachen Rücken-Muskeln stärken?
  4. Wem hat man schon gesagt, er soll seine schwachen Kopf-Muskeln stärken?
  • Irgendetwas stimmt hier nicht?!
  • Entweder stimmt es am Rücken nicht, das als Therapeut den Patient*innen zu sagen, oder 
  • Es stimmt am Kopf nicht, als Therapeut den Patient*innen dies nicht zu sagen

oder 

  • der Rückschluss, dass schwache Muskeln Schmerzen verursachen kann auch der Falsche sein und dass Ursache und Wirkung (aus Sicht der Kraft-Steuerung unseres Gehirns) verwechselt werden. 

Diese Art, wie medizinische Verfahren an Patient*innen hinterfragt werden können, wird in den Büchern oben schön dargestellt. Das findet in den verschiedenen medizinischen Kultur-Kreisen natürlich nicht immer Anerkennung.

Auf einer Tagung des BGW (Berufsgenossenschaft Gesundheit und Wohlfahrtspflege) in Hamburg Ende 2019 in Hamburg sagte eine Teilnehmerin meines medizinischen Workshops: „Ich weiß jetzt gar nicht mehr, was ich Glauben soll. Alles wird ständig hinterfragt“. Da kann ich nur sagen:“ Ja natürlich!“ 

Genau: aus meiner Erfahrung als Rückenschmerzpatient habe ich damals als super durchtrainierter Sportler gehört: „Du musst deine Rückenmuskeln stärken, um die Wirbelsäule zu stabilisieren“. Eines ist sicher: meine Muskeln waren stark genug. Vielleicht war damals der Kopf meines gegenüber zu schwach. 

Wenn es um den Glauben geht, kann man mit mir gerne über das Christentum, Islam, Buddhismus…. diskutieren. Das gehört aber eher in die Kirche als in die Medizin. 

Viel Zweifel und Fragen wünsche ich Euch für die Zukunft. Es bleibt spannend, wohin sich unsere Gesellschaft und die Medizin-Kultur hin ent-wickelt. 

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